Kulturmarkt der Möglichkeiten

Überall gab es etwas zu sehen, hinter jeder Tür warteten neue Aktionen und Angebote: Beim „Kulturmarkt der Möglichkeiten“ am kmd hatten Besucherinnen und Besucher jetzt allerhand zu entdecken.

Den Anfang machte die Eröffnung der Kunstausstellung „Neon Vibes Only“ von Anne Weber. „Neon lenkt die Aufmerksamkeit auf die Momente, die wir haben“, erklärte sie ihre Farbwahl. „Wir sind nicht unendlich und sollten unser Leben genießen.“ Vier Wochen lang sind ihre Acryl-Werke noch im oberen Foyer zu sehen.

Im Anschluss wurde der zweite Kinosaal eröffnet. Bürgermeister Kyrillos Kaioglidis erinnerte daran, dass der Wunsch nach mehr Möglichkeiten für die Kinonutzung überhaupt erst den Anstoß für den Bau des kmd gab. Das war vor rund 15 Jahren. „Gewissermaßen schließt sich heute also ein Kreis.“ Das Kino als Gemeinschaftserlebnis sei ein wichtiger Teil des Kultur-, Sport und Freizeitzentrums, betonte er.

Er dankte dem EU-Förderprogramm LEADER, über das die Technik im zweiten Kinosaal und auch die beiden folgenden Multivisionsshows der Motorsportlerin Tanja Merget finanziert wurden. Außerdem unterstützt die Sparkasse Siegen das Projekt kmd schon von Anfang an. Ein besonderer Dank galt dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen. Über die Dritte-Orte-Förderung stehen insgesamt rund 500.000 Euro zur Verfügung. So konnte beispielsweise Olaf Kemper als Dritte-Orte-Manager eingestellt werden, der seit November die Kulturarbeit am kmd begleitet und den Markt der Möglichkeiten ins Leben gerufen hat.

In einer Podiumsdiskussion sprachen Kyrillos Kaioglidis, NRW-Ministerin Ina Brandes, Landrat Andreas Müller und Olaf Kemper dann über Kultur im ländlichen Raum. „Es darf keine Frage des Wohnortes sein, ob man Kultur erleben darf“, so Ina Brandes. Aber man benötige sicherlich besondere Ideen und Formate. Die Sehnsucht in der Gesellschaft, sich zu treffen und etwas gemeinsam zu schaffen oder zu genießen, sei jedenfalls groß. Dafür sei das Programm „Dritte Orte“ gedacht: Es bringt Menschen und Orte zusammen. Damit Städte und Gemeinden nach der dreijährigen Förderphase aber nicht komplett auf sich allein gestellt sind, stellte sie in Aussicht, die Projekte weitere drei Jahre in einer Verstetigungsphase zu unterstützen. „Wir stehen dahinter!“

Andreas Müller lobte den kmd, weil er es schaffe, Menschen mit vielen verschiedenen Hintergründen zusammenzubringen. Am Ende gebe es aber keinen „Instrumentenkasten“, der ein Gelingen garantiert.

Als „ein Element des Fundaments der Demokratie“ beschrieb Kyrillos Kaioglidis die Kultur, weil damit wichtige Werte vermittelt würden. Entsprechend groß sei die Bedeutung von Orten wie dem kmd. Olaf Kemper bezeichnete das Haus als „ein Geschenk für die Region“. Mit Veranstaltungen wie dem Kulturmarkt der Möglichkeiten „feiern wir uns, die den kmd nutzen können“.

Das weitere Programm hatte für die Besucherinnen und Besucher viel zu bieten; es reichte von Malen, Stricken, Cocktails, Spielen und Lego über Live-Musik, eine Lesung, Poetry Slam und Multivisionsshows bis hin zu einer Plattenbörse und einem Darts-Contest.

Bei dem Format „Kunst gegen Bares“ durften die Zuschauerinnen und Zuschauer sieben verschiedene Auftritte genießen – aber nicht bevor sie gemeinsam mit Moderator Gerd Buurmann, der die Show entwickelt hat, „Die kleine Nachtmusik“ trällerten und damit bewiesen, dass im Grunde alle Künstlerinnen und Künstler sind.

Viola Hoffmann leitete den Abend mit zwei eigenen Liedern und einem Cover ein. Das Siegener „Duo Spontan“ folgte mit Cover-Medleys, und Karla Feles alias „Feli rockt“ aus Hamburg begeisterte unter anderem mit ihrem „Lieb sein“-Rap. Mit seinen Texten über Liebe und Freundschaft nahm der Singer/Songwriter Flo Schäfer aus Netphen das Publikum mit. Die Iserlohner Liedermacher „Pils und Kippe“ starteten tiefsinnig und endeten amüsant. Torsten Dzeik von „Klavieremotionen“ spielte auf dem Piano das, was er fühlte, und berichtete dazu von seinen Erfahrungen. „König Kreuztal“ Gui Todaro brachte die Zuhörerinnen und Zuhörer mit seinem Rap in Bewegung. 

Schließlich bewertete das Publikum die verschiedenen Acts mit seinem Geldbeutel. Am Ende hatte Viola Hoffmann die meiste Gage in ihrer Spardose und landete somit auf Platz 1, gefolgt von „Feli rockt“. Pils und Kippe teilten sich mit Flo Schäfer den 3. Platz.